Steinblog

Die Polizei zu Gast am Stein: „Wir zahlen immer mit unseren Daten“

Dieser Satz von Hauptkommissar Stefan Hellwig sowie die Tatsache, dass das „Internet“, wie es so schön heißt, “nichts vergisst“, mag mehr denn je Geltung für sich beanspruchen und war auch in diesem Jahr wieder Gegenstand unseres diesjährigen Medienkompetenztrainings in der Jahrgansstufe sechs. Im Zuge dieses Kompetenztrainings besuchte uns in der Woche vom 27.03-30.03.2023 Herr Hauptkommissar Stefan Hellwig von der Abteilung Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde Kleve. Angesichts eines nicht zu leugnenden Interesses unserer Kinder an modernen Kommunikationsformen war es in den letzten Tagen unser Anliegen, den Schülerinnen und Schülern einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und diversen sozialen Medien, wie beispielsweiseWhatsApp, Instagram, Snapchat, Tiktok und anderen zu ermöglichen.

In einem offenen Gesprächsaustausch informierte Herr Hellwig die Jahrgangsstufe umfassend über Mobbing-Vorgänge und deren strafrechtliche Konsequenzen bei Nichtbeachtung oder Missbrauch auf. In diesem Zusammenhang machte er auch eindringlich darauf aufmerksam, welche fatalen psychischen Folgen das Cybermobbing für die Betroffenen haben kann. Herr Hellwig informierte die Klassen zudem darüber, wie Opfer von Mobbingattacken Beweise sammeln können und wie wichtig es ist, sich in einem solchen Fall jemandem anzuvertrauen.

Daneben klärte Hauptkommissar Hellwig die Kinder darüber auf, wie sich verhalten sollen, wenn sie ungewollt Empfänger von beispielsweise rassistischen, gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalten werden. Thematisiert wurde in diesem Zusammenhang auch, dass das unbedachte Öffnen oder Verschicken derartiger Videodateien nicht nur zu schweren Verstörungen oder Traumatisierungen führen, sondern überdies eine Straftat darstellt und juristisch verfolgt werden kann. Auch hier erhielten die Klassen wertvolle Tipps, wie man durch Deaktivierung bestimmter Funktionen verhindern kann, dass solche problematischen Inhalte oder Abbildungen im eigenen „Foto-Album“ (Bildergalerie) gespeichert werden.

Darüber hinaus machte Herr Hellwig auf die Gefahren so genannter „Kettenbriefe“ (z. B. MOMO, NICO) aufmerksam und schilderte, wie solche „Briefe“ zur Manipulation und Einschüchterung von Kindern im Netz genutzt und instrumentalisiert werden. So erhalten Kinder und Jugendliche per „WhatsApp“ unter anderem Todesdrohungen per Sprachnachricht und werden aufgefordert, derartige Nachrichten weiterzuverbreiten,

Weitere wertvolle Hinweise gab Herr Hellwig unseren Schülerinnen und Schülern nicht zuletzt im Hinblick darauf, dass sie stets bedacht mit ihren persönlichen Daten umgehen und sorgfältig darauf achten, was sie von sich im Netz preisegeben. Die eindringliche Botschaft der Polizei lautet in diesem Zusammenhang: „Versende niemals Nacktfotos von Dir“, auch nicht an Leute, die du kennst oder zu kennen meinst. Niemals!“.

Des Weiteren warnte der Hauptkommissar davor, auf SMS oder Anrufe von fremden Rufnummern zu reagieren. Dahinter stecken oftmals Kriminelle, die sich fälschlicherweise als Bekannte oder Familienangehörige ausgeben und auf perfide Weise Menschen in Angst versetzen, um etwa Daten auszuspionieren oder Geld zu erbeuten.

Mit vielen weiteren wertvollen Tipps (z. B. „Deinstalliere nicht benutzte Apps und erteile nicht alle Rechte“, “Snapchat: Schalte den Ortungsdienst aus“, „Privatsphäre: mache dein Profilbild `nur´ für Kontakte sichtbar“) sowie dem Appell, sich stets an Eltern und LehrerInnen zu wenden und das Gespräch zu suchen, endete der erste Teil unseres diesjährigen Medienkompetenztrainings.

Zusätzlich zu der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern selbst fand am Donnerstag (30.03) gleichsam ein Elterninformationsabend statt, der gemeinsam mit Herrn Hellwig durchgeführt und gestaltet wurde. Im Verlauf des Abends informierte Herr Hellwig interessierte Eltern umfassend über zeitbezogene moderne Medien, soziale Netzwerke, rechtliche Grundlagen sowie insbesondere mögliche Gefahren hinsichtlich der Nutzung der diversen Medienangebote.

Auch bei dieser Veranstaltung war es vorrangiges Ziel, den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler nützliche Tipps zu geben, wie sie ihre Kinder bereits im Vorfeld vor eventuellen Risiken schützen und sie durch gezielte und altersgerechte Aufklärung sensibilisieren können, um sie vor unwiderruflichen Fehlern zu bewahren. Nach dem Vortrag ging es darum, Fragen der Eltern zu diskutieren und mögliche präventive oder intervenierende Maßnahmen an die Hand zu geben, was im konkreten Einzelfall zu tun sei.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Herrn Hellwig herzlich dafür bedanken, dass er uns in unserem gemeinsamen Anliegen unterstützt, die digitale Kompetenz unserer Kinder zu schulen. Wir freuen uns auch in Zukunft darauf, gemeinsam daran zu arbeiten, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler selbstbestimmt und verantwortungsbewusst durch das Netz bewegen.

Für die Medien-AG: M. Bergmann

 

Und was nehmen die Schülerinnen und Schüler aus dieser Woche mit? – Hier noch einige Impressionen:

Ich habe gelernt, dass …

„man im Internet nicht sein Alter und seinen Namen sagen soll.“

„man Kettenbriefe nicht verbreiten soll und dass die meisten nicht wahr sind.“

„man öfters seinen eigenen Namen googeln soll, so kann man überprüfen, ob einer Fotos oder Videos von einem ins Netz gestellt hat“.

„Beleidigen eine Straftat ist.“

„man sich besser vor Viren oder Trojanern schützen muss und wie man das macht.“

„man im Internet keine Daten von sich selbst preisgeben soll, z. B. Standort, Fotos von sich, sein Alter – weil es auch böse Menschen gibt.“

„Cybermobbing zu Selbstmord führen kann.“

„schlimme Sachen auch bei uns in Kleve passieren.“

„ich auf gar keinen Fall Nacktfotos von mir rausgeben darf.“

„die Polizei Menschen niemals mit 110 anruft.“

„ich auf WhatsApp einstellen kann, wer mich in eine Gruppe hinzufügen kann.“

„ich Apps immer aktualisieren soll, damit Viren oder Hacker nicht eindringen können.“

„Leute einen vom Handy aus ausspionieren können.“

„ich täglich Suchverläufe löschen soll.“

„man niemals mit einer Person schreiben soll, die man nicht kennt.“

„wenn etwas seltsam ist, ich es meinen Eltern sagen soll.

„wir keine gewaltsamen Sachen weiterversenden dürfen.“

„man nicht leicht strafbar machen kann.“

„Mobbing ganz schlimm ist.“

 

 

Und was wir noch sagen wollten…

„Herr Hellwig ist cool.“

„Herr Hellwig kann richtig gut erklären.“

„Herr Hellwig ist ein krasser Kriminalhauptkommissar.“

„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt! Dankeschön!“

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