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Unser Besuch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Siebers

Im Rahmen unseres Kursthemas Landwirtschaft und Agribusiness besuchten wir den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Siebers. Ziel unseres Besuches war es, die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht mit der Praxis zu verbinden und einen realistischen Einblick in moderne Landwirtschaft zu bekommen. Besonders der Zusammenhang zwischen Ackerbau, Viehzucht, Milchwirtschaft und Energiegewinnung stand dabei im Mittelpunkt.

Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Siebers ist ein moderner Agrarbetrieb, der sich auf die Milchviehhaltung spezialisiert hat. Der größte Teil der Milchkühe wird an einem zentralen Standort gehalten und versorgt. Neben der Tierhaltung betreibt der Hof auch umfangreichen Ackerbau sowie eine eigene Energieerzeugung. Damit ist der Betrieb ein gutes Beispiel für ein vernetztes landwirtschaftliches System, wie wir es im Unterricht im Zusammenhang mit dem Agribusiness kennengelernt haben.

Zu Beginn unseres Besuches bekamen wir eine Einführung in die Arbeit des Betriebes und einen Überblick über die verschiedenen Betriebszweige. Anschließend besichtigten wir die Milchviehställe, in denen die Kühe in modernen, offenen Ställen gehalten werden. Uns wurde gezeigt, wie wichtig ausreichend Bewegungsfreiheit, saubere Liegeflächen, Wasser, Futter und Pflege für das Tierwohl sind. Besonders beeindruckend war das Melksystem, bei dem viele Kühe gleichzeitig gemolken werden können. Hier wurde deutlich, wie stark die Landwirtschaft heute technisch geprägt ist.

Ein weiteres wichtiges Thema unseres Besuches war der Ackerbau. Die Familie Siebers baut unter anderem Mais, Getreide und Gras an. Diese Pflanzen dienen hauptsächlich als Futtermittel für die Kühe. Uns wurde erklärt, dass gesunde Tiere nur dann gute Leistungen bringen können, wenn di e Qualität des Futters stimmt. So wurde für uns sichtbar, wie eng Ackerbau und Viehzucht miteinander verbunden sind.

Besonders spannend war die Station zur Energiegewinnung. Auf dem Betrieb wird eine Biogasanlage betrieben. Dort wird aus Gülle und Pflanzenresten Energie gewonnen. Dabei entsteht unter anderem Methangas, also Methan, das zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Die entstehenden Reststoffe aus der Anlage werden wiederum als Dünger auf den Feldern eingesetzt. So entsteht ein Kreislauf, in dem Abfälle sinnvoll weiterverwendet werden. An dieser Stelle wurde besonders deutlich, wie eng Landwirtschaft und erneuerbare Energien heute miteinander verknüpft sind.

Ein längerer Teil unseres Besuches bestand aus einem offenen Gespräch mit der Familie Siebers. Dabei wurden auch kritische Themen angesprochen. Ein wichtiges Thema war der Ausstoß von Methan durch Rinder, der zur Erderwärmung beiträgt. Uns wurde erklärt, dass Landwirtinnen und Landwirte zunehmend unter Druck stehen, ihre Betriebe klimafreundlicher zu gestalten – dabei aber oft hohe Kosten entstehen. Auch das Thema EU-Förderung spielte eine große Rolle. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind auf Fördergelder der Europäischen Union angewiesen, um wirtschaftlich überleben zu können. Gleichzeitig gibt es viele Auflagen und bürokratische Anforderungen, die zusätzlichen Aufwand verursachen. Sehr deutlich wurde ebenfalls die Unzufriedenheit vieler Landwirtinnen und Landwirte mit der aktuellen Agrarpolitik. Im Gespräch wurde die vorherige Bundesregierung (Ampelkoalition) kritisch betrachtet. Besonders steigende Kosten, neue Umweltauflagen und unsichere Zukunftsperspektiven wurden als große Belastung für die Betriebe beschrieben. Diese Einblicke haben uns gezeigt, dass Landwirtschaft heute nicht nur körperliche Arbeit bedeutet, sondern auch stark von politischen Entscheidungen abhängt.

Wir bedanken uns recht herzlich bei der Familie Siebers und allen weiteren Beteiligten, für die Möglichkeit ihren Betrieb zu besichtigen.

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